#stayathumboldtpark

AUFRUF ZUR PARTIZIPATION, Audiowalk, 2020

 

Der Humboldtpark ist unser grünes Wohnzimmer. Und gerade in der aktuellen Situation ist der Park für viele Menschen wichtig, als einer der wenigen Orte, die wir noch besuchen können.
Viele Menschen genießen hier normalerweise gemeinsam die Sonne. Manche Gesichter sieht man fast jeden Tag. Und oft begegnen einem Menschen, die man nie zuvor gesehen hat, die aber dennoch schon seit langer Zeit hier her kommen.

Der Park ist voller Geschichten, voller Erinnerungen:

Was verbindet ihr mit diesem Ort? Wofür kommt ihr normalerweise in den Park? Erinnert ihr euch an besondere Tage oder einen bestimmten Moment? Habt ihr hier eine Lieblingsbank? Beobachtet ihr die Menschen? Wie hat sich der Ort in den letzten Jahren verändert? Welche Tageszeit ist die schönste im Park?

Egal ob kurz oder lang, traurig, lustig oder langweilig: Ich möchte eure Gedanken, Erlebnissen und Geschichten sammeln und zu einem Hörbuch zusammenbauen. Als Kopfhörerspaziergang führt euch das Hörbuch dann hier durch den Park. So können wir, trotz dem aktuellen Kontaktverbot, die Vielseitigkeit dieses Ortes erleben.

Zuschicken könnt ihr mir eure Geschichten:

  • als Text oder Audiodatei via Email an: humboldtpark@posteo.de
  • mir direkt am Telefon erzählen: 0221 96880738
  • via Whatsapp z.B als Sprachnachricht an folgene Nummer: 01579 2380362

Eure Geschichten werden anonymisiert. Wenn ihr auch nicht wollt, dass eure Stimme verwendet wird, kann ich diese nachsprechen lassen. Einfach in eurer Sprachnachricht dazu sagen, dass ich eure Stimme nicht verwenden darf. Wenn ihr gerne über den Park reden wollt, aber nicht wisst, was ihr eigentlich zu erzählen habt, ruft doch einfach mal an.

Wenn das Hörbuch fertigt ist, gibt es hier erneut einen Aushang. Wer mir seine Kontaktdaten schickt, wird auch auf diesem Wege informiert.

Noch kurz zu mir: Ich wohne seit 7 Jahren in der Lahnstraße und der Humboltpark ist zu einem meiner absoluten Lieblingsorte in Köln geworden. Als Künstler versuche ich in meinen Arbeiten Momente des gemeinschaftlichen Miteinanders zu kreieren. Dies erscheint mir besonders jetzt sehr wichtig.

Besonderer Dank auch an das elinor Netzwerk, dass mich in dieser Zeit finanziell unterstützt hat. Hier werden unbürokratisch private Spenden an Kulturschaffende weitergeleitet, deren Einkommensquellen gerade zum erliegen gekommen sind. gerne können auch Sie hier spenden:  https://elinor.network/kunstnothilfe/

Der Hyper Lion für Remscheid

RAUMINSTALLATION UND PERFROMANCE, 30 MIN, 3000 Luftballons, 1-KANAL Video, 2019

 

Dem demographischen Wandeln entgegen wirken, das Klima schützen, der Stadt den Anschluss an die Zukunft sichern.

Remscheid war einst die Seestadt auf dem Berge. Doch nun ist der Hauptbahnhof ein Halte- punkt und die modernen Züge, die hier halten, machen bereits mit der unfassbaren Gemächlichkeit, mit der sie ihre Türen öffnen, klar: Die allseitige Beschleunigung der modernen Welt hat hier nicht gegriffen. Mit jedem Jahr, in dem sich die Reisedauer nicht verringert, scheint die Distanz aus Remscheid in die nächste große Stadt länger zu werden.

Mit dem Hyperloop wird gegenwärtig eine Technologie erforscht, die physische Distanzen ra- dikal verkürzt, indem Reisegeschwindigkeiten von bis zu 1000 km/h erreicht werden. Die ca. 40 km zwischen Remscheid und Köln würde inklusive Beschleunigungs- und Abbremsphase also in unter 10 Minuten zu schaffen sein.

Auch wenn diese Technologie noch nicht so weit ist, entwickelt sie sich mit einer Geschwindigkeit, die herkömmlichen Bau- und Planungsprojekten bei weitem überlegen ist: Teststrecken von 1 – 10 Kilometer Länge werden seit diesem Jahr gebaut und sollen auch noch dieses Jahr in Betrieb gehen.

Diese Technologie ist für Remscheid zunächst eine Gefahr: Einmal mehr droht die Stadt weiter hinter den Berg zu rücken (So ist etwa eine Hyperloopstrecke für Deutschland geplant, die Hamburg, Köln, Stuttgart, München und Berlin in einer großen Schleife verbindet).

In der aktuellen Situation ergibt sich jedoch, wenn die Stadt zusammensteht und schnell und entschieden handelt, auch eine einmalige Chance: Die geringe Strecke von 40 Kilometern ist für eine Testdistanz ideal. Da diese eh benötigt werden, ist auch die Finanzierung realistisch.

Wenn wir uns also für unsere Region in der Privatwirtschaft einsetzen, kann ein beispielloses soziales Projekt entstehen: Anders als von einer schnelle Verbindung zwischen einem Flughafen und dem Stadtzentrum einer Großstadt, würden durch die Verbindung RS-Köln vor allem die Menschen in Remscheid und Köln auf vielfältige Weise und gleichermaßen profitieren: Remscheid bietet attraktiven Wohn- und Erholungsraum (den Köln bitter braucht) und erhält nicht nur unmittelbaren Anschluss an Köln auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene, sondern wird gleichzeitig auch als Standort für vielerlei Unternehmungen wieder attraktiver.

Das Kunstprojekt Hyperloop für Remscheid möchte in einem stadtinternen Diskurs diese utopisch anmutenden Möglichkeit für die Stadt erforschen und dazu den Dialog mit verschiedenen Instanzen (BürgerInnen/Politik/Wirtschaft) der Stadt suchen. Dieser Prozess wird seinen Abschluss in einer Konferenz und einer audiovisuell ergreifende Präsentation des Konzeptes in der Remscheider Innenstadt finden.

Ab 28. Juni 2019 eröffenen wir gemeinsam mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz unsere Showroom auf der Allee Straße.  Hier wird zum einen über die aktuellen Ergebnisse und das Projekt an sich informiert und diskutiert, zum anderen wird der Hyperloop als Simulation im Raum fühlbar gemacht.

 

In Zusammenarbeit mit Hakan Eren.
Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Bergischen Kulturfond. Mit freundlicher Unterstützung des Zukunfts Campus e.V.

Die Dauercamperin

RAUM UND AUDIO INSTALLATION, 18 MIN, 6-KANAL AUDIO, 2019

 

Lena Bauer ist „Die Dauercamperin“. Sie war eine Visionärin und gründete die Intentional Community Dezent. Lena ging offline und ließ ihr smartes Leben hinter sich, um frei zu sein. Gemeinsam mit Gleichgesinnten, wagte sie ein Leben außerhalb zentralisierter Systeme. Sie versorgte sich selbst mit Gemüse, erzeugte ihre eigene Energie und entwickelte mit ihren MitstreiterInnen ein autarkes System. Das war 2020.

„Die Dauercamperin“ ist eine Klanginstallation, die nach dem Wesen der Freiheit, den Grenzen der Autarkie und der Veränderbarkeit von Systemen fragt. Wir sehen den Camper als Rekonstruktion der Anfänge der Dezent-Gemeinde von 2020. Europa wurde zur Dystopie bröckelnder Wirtschaftssysteme, Corporate Governance, fremdenfeindlichem Populismus und Umweltkatastrophen. Die Gesellschaft zersplitterte in eine Vielzahl autonomer, unabhängiger Gruppierungen. Wir hören Lena und ihren Mitbewohnern zu, wie sie streiten und sich in frage stellen. Sie sind sich grundliegend uneinig darüber, wie sie ihren ethischen und moralischen Grundsätzen in einer Welt weiter folgen können, durch die sie immerzu kompromittiert werden.

„Die Dauercamperin“ ist ein immersives Radio-Stück, das die abstrakten Prinzipien von Unabhängigkeit und Autonomie dramatisiert. Es befragt ein grundsätzliches Dilemma: Wie kann man sich die Scheinheiligkeit des eigenen Lebens eingestehen und gleichzeitig der eigenen politischen Handlungsmacht bewusst sein?

Ein Jahrhundert später würdigt Bob Wood, CEO der People Company, Lena Bauer für ihren Einsatz und ihren Beitrag zur Einführung des New Internet. Empathie und Effizienz gehen nun Hand in Hand. Wie konnte das geschehen?

 

Credits

 

eine Arbeit von Sam Hopkins
Schauspieler*innen: Ewa Rataj, Michael Witte
Casting: Fabiana Fragale
Script: Sam Hopkins, David Lalé
Scriptübersetzung: Marion Kotzenberg
Sound Design: Carlo Peters
Grafikdesign: Anna Baydak
Konzept: Sam Hopkins, Jens Mühlhoff
Produktion: Jens Mühlhoff

Sam Hopkins wird gefördert im Rahmen des Visit-Stipendiums der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft und durch die Kunststiftung NRW

 

Präsentationen

 

04. Mai  – 30. Juni 2019: Installation im öffentlichen Raum im Rahmen von Ruhr Ding: Territorien

 

Im Weitraum

IMMERSIVE INSTALLATION, 120 MIN, 10-KANAL AUDIO, 2-KANAL VIDEO, 2018

 

Gewohntes und Gleichförmiges macht den Alltag aus. Mittendrin: Das Zuhause. Vertraute Gesichter, unser Bett, die nervigen Nachbarn. Die geschützte Privatsphäre und das täglich Wiederkehrende kreieren Verlässlichkeit und sind eine wichtige Basis unserer Identität. Doch die Wände des Zuhauses werden durch verflüssigte Medien und Gesellschaftsstrukturen immer poröser, selbst den abgeschiedenen und elektronikfeindlichen Ort der Badewanne wird dies transformieren.

„Im Weitraum“ verdichtet das affektive Grundgerüst des Zuhauses und ist zugleich ein dystopischer Entwurf des Reisens in der Zukunft, den BesucherInnen im wohligen Warm der Wanne erleben. Das Zuhause zerfließt mit dem Außenraum und dem Virtuellen.

Weitere Informationen unter: www.badewanne-lahnstrasse.de

Präsentationen

10. Oktober 2018 – 09. November 2018: Private Wohnung in Köln, Diplom an der Kunsthochschule für Medien Köln

Live Liefer

PERFORMANCE LIEFERDIENST, GROßRAUM REMSCHEID, 2017-2018

 

Ein Erlebnis, das nur bei Ihnen zuhause möglich ist: In der gemütlichen Wohnzimmerrunde entfalten sich Klangwelten und fantastische bis dokumentarische Erzählungen verknüpfen sich mit Ihrem Wohnraum.

Die Angebote eignen sich für 1 – 8 Personen. Sie dauern ca. 30 Minuten und werden von
2 – 4 KünstlerInnen aufgeführt. Es gibt keine speziellen räumlichen Notwendigkeiten.
Buchen können Sie telefonisch, gerne beraten wir Sie auch zu den verschiedenen Menüpunkten.

 

Präsentationen

02. 02.2018 – 04.04.2018: Großraum Remscheid, Solingen, Wuppertal
05. 01.2017 – 05.02.2017: Großraum Remscheid, Solingen, Wuppertal

Einzimmerwohnung

VIDEOSKULPTUR, 15.30 MIN LOOP, STEREO, 60x40x50 cm, 2017

 

Rund 7 Prozent der Menschen in Europa leben dermaßen sozial isoliert, dass sie sich im Verlauf eines Jahres nicht ein einziges mal Freunden oder Verwandten treffen.

Der Alltag des Protagonisten ist in einer ewigen Scheife gefangen. Wach- und Schlafphasen wechseln sich ab, das Bett wird niemals verlassen. Sein Raum, der ihn umschließt und geborgen hält ist gleichsam eine materialisierte Erweiterung seines geistigen Lebens. Stets begegnet er sich hier nur selbst oder allenfalls seinen Wünschen und Träumen, eine nie endende Selbstaffektion, die jedoch nicht zu Aktionen erregt, sondern ihn nur noch weiter in sein Bett einschließt. Die Distanz zwischen einem Außen und dem Bett scheint unüberwindbar, auch ist dieses Außen vom ständigen Diffusen Wandel geprägt und kann keinerlei Halt bieten. So eröffnet eine Tür, die hinaus führen könnte, nur den Blick ins weiße Nichts. Es ist ein abstraktes Zuhause, dass hier durch die weite Welt treibt und das im weitesten Sinne autark – manchmal dringen zwar ein paar Fernsehbildern ein, die könnten aber auch nur seinen Wünschen entsprungen sein. Hinter einer weiteren Türe verbirgt sich eine unendliche Vorratskammer – das Überleben ist gesichert.

 

 

Präsentationen

als Installation
27. – 30.06.2017: KHM Rundgang 2017, Köln

als Video
10.08.2017: August mit Aussicht: BlackBoxBöttger, Buchhandlung Böttger, Bonn
19. – 23.01.2019: You will find me in the garden, Chiba Prefectural Museum of Art, Tokyo, Japan

Clown Cafe

PERFORMANCE CAFE, seit 2016

 

Ein gemeinsames Projekt von: Mariana Bártolo, Sophia Bauer, Anja Baydak, Filip Jacobson, Jens Mühlhoff, Martin Paret.

Das Clownscafé ist ein performativer Gastronomiebetrieb, in dem handgemachte Snacks und Getränke erworben werden können. Die Arbeitenden sind allesamt Clowns, die ihre eigene Logik für die Umsetzung der Kundenwünschen haben.
Jenseits der persönlichen Begegnungen mit dem Personal kann man in gemütlicher Atmosphäre an kleinen und großen, hohen und tiefen Tischen essen und entspannen, während die Clowns eifrig ihre Arbeit verrichten. Hier driftet m an langsam in eine andere Zeitlichkeit über.

Wir Menschen manövrieren täglich in einer Welt aus Strukturen und Regeln, Erwartungen und Forderungen. Selbst vermeintlich entspannende Orte, wie ein Cafe, fordert von den Arbeitskräften reibungsloses Funktionieren in höchster Geschwindigkeit.
Die Clowns sind zuallererst Menschen und Individuen, sie haben und machen Fehler. Aber Clowns wären nicht Clowns, wenn sie nicht (auf zugegeben meist äußerst umständliche und unnachgiebige Weise) versuchen würden, diese Fehler immer wieder zu korrigieren und
es letztendlich allen recht zu machen.
Denn das eigentliche Ziel der Clowns ist es, ihren Gästen maximale Zuneigung zu schenken. Für das Menschliche soll es keine Routine geben. Diesen unendlichen Kampf gegen den Stress und Perfektio- nismus meistern die Clowns dadurch, dass sie ihr eigene Zeitlichkeit  schaffen:
Ein fröhlicher Stillstand voller Leben, in dem auf herzliche Weise einige mechanische Erwartungen an unsere Konsumgesellschaft aufgedeckt werden:
Alle Gläser müssen die selbe Größe haben? Bier schmeckt nur aus Tassen wenn es in Bayern serviert wird? Klingt eigentlich fair und vernünftig. Aber jeder Clown hat auf seine Weiße mit den Regeln und präferierten Verhaltensweisen im Gastrobusiness zu kämpfen und findet hier individuelle Lösungen, die trotz allem zu glücklichen Kunden führen: Es wird nicht nur gegessen und getrunken, sondern hier finden intime, kleine Begegnungen statt, die für alle Beteiligten wesentlich beständiger sind als die perfekten Cremaschichten auf dem Kaffee.
Das Clownscafé schafft neue Verhältnisse. Es lässt die Fassade unserer heilen und polierten Konsum- gesellschaft bröckeln. Die Clowns zeigen uns durch ihre warmherzigen und stoischen Art, was hinter den Kulissen vor sich geht. Was bedeutet es, zu versagen? Und was bedeutet es, perfekt zu funktionie- ren? So wird für alle Beteiligten der Gang zur Bar zu einem besonderen
und unvergesslichen Erlebnis.

Präsentationen

21. – 23.01.2019: Videonale.17
27. – 30.06.2017: KHM Rundgang 2017, Köln
21. – 24.07.2016: KHM Rundgang 2016, Köln

1. Mai, Wuppertal

VIDEOSKULPTUR, 52 MINUTEN LOOP, 2016

 
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Ein Sonntag. Gemütliche Altstadtstraßen. Auf einem Hügel im beruhigten Wohngebiet ein Platz, auf dem sich neben einem Spielplatz einige Menschen versammeln. Es wird Musik gespielt. Dann gibt die Polizei die Auflagen durch. Der Versammlungsleiter hat sich noch nicht gemeldet. Das sei aber nicht so schlimm, es darf auch ohne ihn losgehen. Der Trupp setzt sich in Bewegung, Tal abwärts.
Einigen AnwohnerInnen recken die Köpfe aus dem Fenstern, PassantInnen bleiben stehen. Zwei, Drei Leute im Presse-Outfit gesellen sich dazu und fotografieren für einen Onlineblog. Ich selber laufe zwischen der ersten Demolinie und den rund 12 PolizistInnen, die vorweg spazieren, mit. Dabei filme ich mithilfe einer verspiegelten Halbkugel ein 360° Video der näheren Umgebung. Diese persönliche Rundumüberwachung dokumentiert von welcher Seite mögliche Provokationen ausgehen.
Schnell geraten beide Seiten aneinander, die Demo will geradeaus, die Polizei rechts. Ein Missverständnis, die Polizei nimmt den Fehler auf sich.
Es geht weiter. Meine Anwesenheit scheint niemanden zu stören, weder die Polizei noch DemoteilnehmerInnen fragen nach, wofür und was ich hier tue. Im Tal angekommen darf die Demo ihren Weg an Kreuzungen sogar spontan variieren, kleine Momente der Freiheit – ein wenig Hektik für die Polizei. Aber es bleibt friedlich und die Versammlung geht schließlich in ein Straßenfest über.
Eine Woche später kündigt die Polizei an in Wuppertal künftig Bodycams, Kameras, die an der Uniform der PolizistInnen befestigt sind, testen zu wollen.

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Sichtungslink auf Anfrage.

Präsentationen

29. 10.2016 – 06.3.2017: Kunstmuseum Celle [p:lux] licht teilen

Die Suche nach dem Plötzlich

ESSAYFILM, 23 MINUTEN, 2016

 

Am 11. März 2009 ereignete sich in Winnenden eine Tragödie. Eine Zäsur in der Biografie vieler Menschen… Eine heimliche Liebe verband mich damals mit diesem Ort. Der Amoklauf und Viola… Beide sind sie unfassbar für mich und haben mich seitdem durch die Jahre begleitet. Sie sind über die Zeit und Distanz immer weiter aus der realen Welt in meine persönliche gerückt.

 

 

Kritiken

2. Feburar 2017, choises.de

 

Präsentationen

31 Januar 2017: Filmfestival „Stranger that fiction“,  Filmpalette Köln
30 Januar 2017: Filmfestival „Stranger that fiction“,  „Endstation“ Kino, Bochum

…[BÆNG]…

Ein internationales Ausstellungsprojekt das unter Kuration von Jens Mühlhoff im Februar 2016 in Reykjavik, Island stattfand.

 

Stille, Leere, Minimalismus, (Wort)karkheit… irgendwo dazwischen lässt sich ein warmes und lebensfrohes Gefühl verorten, dass …[BÆNG]… untersucht und erfahrbar macht. Untrennbar gehört dieses auch zu Charakteristik von Island selbst. Durch den globalen Blick aller KünsterInnen und Künstler vereint entstand eine Gesamtinstallation, in der die ausgestellte Werke untereinander und mit dem Gallerieraum verschmilzen: So gibt etwa die Soundinstallation von Sebastian Kraner das Timing vor nach dem Claire Paugam in ihrem Video-Selbstprotrait unter Wasser taucht. Mit ihrem Abtauchen färbt zugleich die Lichtinstallation von Jens Mühlhoff den gesamten Ausstellungsraum in ein tiefes Blau: Sämtliche Farben im Raum und der ausgestellten Werke gehen für eine Zeit verloren.  Besonders prägend für die Gesamtstimmung ist auch die Dauer-Performance von Florence So-Yue Lam, die schlafend auf einer Matratze im Raum liegt.

…[ABOUT]…
– Where you want to go?12729258_10207277516409739_6756864605295003487_n
~ To downtown Reykjavik.
– Jump in.
~ Thank you! Did you drop somebody at the airport?

~ Has it been snowing all the day?

~ Thank you for driving me!
– No problem, have a good stay!

An project of artists of Iceland Academy of the Arts and Academy of Media Arts Cologne cooperation.

A collaborative installation exploring the minimalism and the calmness of a fading room and a special place on the globe that is just about to reform with the next wave.

…[OPEN]…
Saturday & Sunday 20. & 21.2.2016
1 – 6 PM

Vernisage 19.2.2016
5 – 10 PM

Finissage 21.2.2016
6 PM

…[PERFORMANCES]…
Þröstur will perform on Friday at 6 PM!
Reuben will perform on Saturday & Sunday at 5 PM!

… CONCERT ON SUNDAY 22h…
with a & e sounds, Skrattar and Electric Space Orchestra

…[VENUE]…

former Kling og Bang Gallery, Hverfisgata 42, Reykjavik

…[ARTISTS]…

Mariana Bartolo (PT), Reuben Fenemore (JAP), Tim Löhde (GER), Tobias Löhde (GER), Anna Baydak (RUS) & Cody Brant (USA), Sebastian Kraner (AUT), Florence So-Yue Lam (HK), Jens Mühlhoff (GER), Thomas Mühlhoff (GER), Alice Nadjarian (FR), Claire Paugam (FR), Þröstur Dosty Valgarðsson (IS), a & e sounds, Skrattar (IS)

 

facebook-event zur Ausstellung mit weitergehenden Material

hemisphere videos: Reykjavik 101

VIDEO, 11.30 MINUTEN, 2016

 
Ein Spaziergang durch Reykjavik 101, dem Stadtzentrum der isländischen Hauptstadt.

In 101 stehen die ältesten Häuser der Stadt, gut gepflegte kleine Schmuckstücke. Da einige von ihnen vom Staat genutzt werden, ist dies auch Islands Regierungsviertel. Doch größere Sicherheitseinrichtungen findet man hier keine. Ein Beispiel: Die Deutsche und die Englische Botschaft teilen sich ein Gebäude. An diesem ist keinerlei Videoüberwachung zu sehen.
Gänzlich anders handhaben es nur die USA, die hier ihr übliches Programm für Botschaften durchführen: Freistehendes Gebäude ohne Tiefgarage in der Nähe, keine Parkmöglichkeiten vor dem Haus, unzählige Kameras um das Gelände verteilt, ständig anwesende Sicherheitskräfte. Darüber hinaus haben sich die Amerikaner auch nicht sonderlich gut um ihr Anwesen gekümmert: Um die Sicherheit für das eigentliche Botschaftsgebäude zu erhöhen, wurden weitere Häuser in der Umgebung aufgekauft. Diese verfallen nun unbewohnt.All dies ist vielen IsländerInnen ein Dorn im Auge und hat in der letzten Zeit zu Protesten und großen Diskusionen auf facebook geführt.

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Die hemisphere videos sind eine Video-Serie, in der ich mich an der Grenze verschiedener Hochsicherheitsgebiete bewege. Mit Hilfe einer verspiegelten Halbkugel zeichne ich dabei ein 360°-Video der näheren Umgebung auf. Diese persönliche Rundumüberwachung bietet einen objektiven Blick auf das Geschehen, gleichzeitig wird der Aufzeichnungsapparat selber zum Konfliktobjekt mit den Sicherheitsdiensten.

Sichtungslink auf Anfrage.
 

Präsentationen

 
21. – 24. Juli 2016: KHM Rundgang 2016
17. – 20. Dezember 2015: Kling Og Bang Gallery Iceland „Lets the flavour flow“

hemisphere videos: Generalbundesanwaltschaft

VIDEO, 12.16 MINUTEN, 2015

 
Die Generalbundesanwaltschaft ist die oberste Strafverfolgungsbehörde auf dem Gebiet des Staatschutzes. Bei schwerwiegende Delikten, die als Terrorismus, Landesverrat oder Spionage eingestuft werden, wird von hier aus ermittelt und Anklage erhoben. So läge etwa auch die juristische Verfolgung der Spionagetätigkeiten der NSA gegen deutsche Einrichtungen und BürgerInnen im Zuständigkeitsbereich der Generalbundesanwaltschaft.
Das Gebäude der Behörde wurde Mitte der 90er Jahre unter massiven Sicherheitsvorkehrungen in direkter Nachbarschaft zum Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe gebaut. Der Vorplatz des Museums kann seitdem nur noch mit Sondergenehmigung benutzt oder befahren werden – unangekündigte Aktionen werden binnen weniger Minuten des Geländes verwiesen.
Doch man lebt in guter Nachbarschaft, der Generalbundesanwalt wird stets zu den Eröffnungen eingeladen und der 2015 pensionierte Harald Range ist diesen auch gerne nachgekommen.

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Die hemisphere videos sind eine Video-Serie, in der ich mich an der Grenze verschiedener Hochsicherheitsgebiete bewege. Mit Hilfe einer verspiegelten Halbkugel zeichne ich dabei ein 360°-Video der näheren Umgebung auf. Diese persönliche Rundumüberwachung bietet einen objektiven Blick auf das Geschehen, gleichzeitig wird der Aufzeichnungsapparat selber zum Konfliktobjekt mit den Sicherheitsdiensten.

Sichtungslink auf Anfrage.

Präsentationen

14.09.2019: Vortrag & Screening im Rahmen des Jahresymposions der DFI im Filmbüro „Bitte achten Sie auf das Bild“
3.10.2015 – 31.07.2016:  ZKM Karlsruhe „GLOBALE: Global Control And Censorship“

hemisphere videos: Hambacher Forst

VIDEO, 8.40 MINUTEN, 2015

 
Der Hambacher Forst ist der größte Braunkohletagebau Deutschlands. Auf einer Fläche, die fünfmal so groß ist wie die Kölner Innenstadt, breitet sich eine bis zu 300 Meter tiefe Grube aus. AktivistInnen versuchen seit vielen Jahren dies zu verhindern, darum ist der Ort Tag und Nacht von Sicherheitsdiensten bewacht. Ein langwieriger Konflikt lodert hier und es kommt immer öfter zu absurden Eskalationen: Neben körperlicher Gewalt sprechen die Sicherheitskräfte Morddrohungen aus oder versuchen etwa Aktivisten mit Nahrungsmitteln aus ihren Barrikaden zu locken.
Weit vor dem eigentlichen Schutzzaun um das Gebiet werden verdächtige Personen von den Sicherheitskräften abgefangen und mit Videokameras verfolgt, um später verdächtige Personen an die Polizei melden zu können.

 

 

Die hemisphere videos sind eine Video-Serie, in der ich mich an der Grenze verschiedener Hochsicherheitsgebiete bewege. Mit Hilfe einer verspiegelten Halbkugel zeichne ich dabei ein 360°-Video der näheren Umgebung auf. Diese persönliche Rundumüberwachung bietet einen objektiven Blick auf das Geschehen, gleichzeitig wird der Aufzeichnungsapparat selber zum Konfliktobjekt mit den Sicherheitsdiensten.

 

Installationsansicht:

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Präsentationen

14.09.2019: Vortrag & Screening im Rahmen des Jahresymposions der DFI im Filmbüro „Bitte achten Sie auf das Bild“
3.10.2015 – 31.07.2016: ZKM Karlsruhe „GLOBALE: Global Control And Censorship“
16.7 – 19.7.2015: KHM Rundgang 2015
4.3 – 5.3.2015: Künstlerauswahl der Studienstiftung des Deutschen Volkes 2015

Experimente zur Steigerung positiver* Bewegungen in sozialen Gefügen.

INSTALLATIONEN, TEXTE, PERFORMANCES, SEIT 2014

 
Diese kleinen Eingriffe in den Alltag sind Ansätze auf der Suche nach additive Kritik, einem Kritikverhalten, das anders als eine kritische Analyse nicht von oben herab und auf Basis einer Momentaufnahme beurteilt, sondern sich mit der Situation mitbewegt, Dinge markieren und kleine Richtungsänderungen erwirken kann. Diese Kritik ist zugleich auch immer an eine Praxis und Materialität gebunden. Sie strebt nicht von Beginn an auf ein vermeintlich besseres Ziel zu, sondern ist eine nie endende Suchbewegung nach schrittweisen Verbesserungen.

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